Glühbirnen

Die Verwendung von Glühbirnen in Privathaushalten und Geschäftsräumen hat eine lange Tradition. Mit der Erfindung der Glühlampe begann eine Entwicklung die nachhaltig bis auf den heutigen Tag anhält, und mannigfach wirtschaftliche und gesellschaftliche Entfaltung positiv beeinflusste.

Zwischen 1840 und 1860 wurden in den USA und Europa voneinander unabhängig mindestens 3 erfolgreiche Patentanträge auf die Erfindung der Glühlampe gestellt. Jedoch hatte die revolutionäre Verbreitung der Glühbirnen ihren Ursprung wohl erst mit der Massenfertigung basierend auf den Erfindungen des Amerikaners Thomas Edison bzw. des Deutschen Heinrich Göbel. Künstliches Licht machte im wahrsten Wortsinn nun die Nacht zum Tag, kein gesellschaftlicher Bereich der nicht profitierte. Lesen, Freizeit, Vereinsleben, Handarbeit, Speisen etc., vieles konnte die Privatperson im Haushalt zeitlich vollkommen neu gestalten. Mit den Möglichkeiten stieg der gewerbliche Güterbedarf enorm, Handel und Handwerk boomten. Die größte Veränderung jedoch durchlebte die industrielle Massenfertigung, da Güter nunmehr rund um die Uhr erstellt werden konnten, die Abhängigkeit vom Tageslicht entfiel.

Das Prinzip der ersten Glühbirnen war denkbar einfach:
Ein Draht (Sockelgewinde) wird durch elektrischen Strom zum glühen (leuchten) gebracht. Bestand der Draht oder der Faden zu Beginn noch aus Kohlefäden, so wurden diese rasch durch Metallfäden abgelöst. Dem Erfinder Edison gelang die Energieverteilung auf mehrere Gewinde gleichzeitig, wodurch die Lichtquellen an Volumen und Watt zunahmen. Stetig wurden die Patente erweitert, die Glühbirne wurde Gebrauchsgut, und fehlte weder im Sortiment des Kurzwaren-Einzelhändlers noch Jahrzehnte später im Regal des Supermarktes oder Discounters. Besonders seit Ende des zweiten Weltkrieges hat mit rascher Entwicklung auch der sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländer die weltweite Nutzung einen weiteren Quantensprung nach oben erfahren, getoppt gar noch durch die besondere wirtschaftliche Entwicklung in China und Indien.

Auf dem ersten Blick scheinen Glühbirnen aktuell den energie- und umweltpolitischen Erfordernissen nicht mehr zu genügen. Handelsübliche neue Energiesparlampen als Konkurrenzprodukt zeichnen sich jedoch auch durch in der Summe hohe volkswirtschaftliche Produktions-, Anschaffungs- und Entsorgungskosten aus. Vermeintliche Nebenwirkungen und Energieverlust stehen auch hier weiterhin im Fokus. Trotz aktueller gesetzlicher Regelung von Handel und Verwendung in Europa, scheint das Ende der Glühbirne nicht definitiv absehbar. Durch Übergangsfristen, Nutzung auf anderen Kontinenten und womöglich patentierte Weiterentwicklung ist diese Form künstlichen Lichts jedenfalls längst nicht Vergangenheit.


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